Beschreibung
Zürich: Chronos 1997. 8°. 374 S., gebunden (gut erhalten)
Gerlafingen wird vom Landesstreik des Jahres 1918 besonders nachhaltig erschüttert, denn die Gemeinde steckt bereits in einer strukturellen Krise. Das Bauerndorf hat mit der stürmischen Expansion Von Rolls nicht Schritt gehalten. Nun fehlt es in der Gemeinde an Wohnungen, Kanalisation, Trinkwasserversorgung, Schulhäusern und öffentlichen Diensten. Vor allem blieben die Zugewanderten in Gerlafingen jedoch politisch, sozial und kulturell ausgegrenzt. So entbrennt weit mehr als ein Kampf zwischen Kapital und Arbeit. Im Dorf bricht eine mehrjährige, heftige Fehde zwischen Etablierten und Aussenseitern aus, die das soziale Klima bis gegen Ende der zwanziger Jahre vergiftet. Um so erstaunlicher ist es, dass die von der Weltwirtschaftskrise überschatteten dreissiger Jahre eine Zeit von «Friede, Freude, Eierkuchen» werden. Die Opposition der Sozialdemokraten verwandelt sich in Kooperation. Gewerkschaften und Arbeitgeber schliessen das berühmte Friedensabkommen. Wie erklärt man diesen Übergang? Auf der Suche nach Antworten analysiert der Autor ein weites Spektrum politischer, wirtschaftlicher, soziologischer, psychologischer und kultureller Phänomene. Dabei werden immer neue Facetten der alles durchdringenden subtilen Herrschaft der Fabrikdirektoren sichtbar. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Integrationspolitik Von Rolls ist der Einsatz moderner Instrumente wie die Einführung von betrieblichen Sozialversicherungskassen sowie einer professionellen Öffentlichkeitsarbeit.
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